Annahmepflicht

Lotsenstationsschiff auf Innenposition: Wenn das Lotsenstationsschiff wegen schlechten Wetters auf Innenposition zw. den Tonnen 17/19 auf der Hoheweg Reede operiert, können einkommende Schiffe grundsätzlich erst hier mit einem Bordlosten besetzt werden bzw. verlässt der Bordlotse ausgehende Schiffe an dieser Position. Für kleinere, lotsannahmepflichtige Schiffe wird die Lotsung zw. seewärtiger Versetzposition und der Innenposition des Lotsenstatiosnsschiffes über UKW als Radarberatung wahrgenommen. Auf Schiffen, für die dies aufgrund ihrer Größe oder wegen anderer Gründe nicht möglich ist, wird der Bordlotse per Hubschrauber versetzt bzw. ausgeholt. Ist dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich (Helis fliegen nicht, Schiff kann nicht angeflogen werden, Wunsch des Agenten) muss der Lotse ggf. bis zum nächsten Hafen „mitsegeln“ oder Schiffe mit Bestimmung Bremerhaven bereits im Abgangshafen besetzen.

Interpolation: Die unter 3) erwähnte Interpolationsregel gem. Revierlotsverordnung besagt, dass Schiffe, deren Maße (Länge und Breite) knapp an den Grenzwerten für die Annahmepflicht liegen, beispielsweise ggf. eine Überlänge im Verhältnis 1:10 gegen eine Unterbreite verrechnen können. Das bedeutet, dass sie für jeden abgezogenen Längenmeter einen Breitendezimeter addieren müssen und umgekehrt. So können maximal 5 Meter der Schiffslänge abgezogen werden, wenn gleichzeitig 50 cm in der Breite addiert werden und umgekehrt. Beispiel: eine Seeschlange hat die Länge 94 m und die Breite 10,50 m. Nach Interpolation Länge - 5 m / Breite + 50 cm hat die Seeschlange eine Länge von 89 m und eine Breite von 11 m und liegt mithin unterhalb der Maße für die Lotsannahmepflicht. Wichtig ist, dass BEIDE Werte NACH der Interpolation unterhalb der Genzen liegen.

© Lotsenbrüderschaft Weser 2 / Jade 08.2017