Radarberatung

Entlang der Unter- und Außenweser sowie auch der Jade sind Radarantennen platziert, mittels derer der Schiffsverkehr lückenlos überwacht, aber auch unterstützend beraten werden kann. 

Jedes meldepflichtige Fahrzeug (auch kleinere sogenannte "Freifahrer" ohne Seelotsen) bekommt bei der Meldung von der Revierzentrale ein sog. "Mitlaufzeichen", welches elektronisch ans Radarecho "geheftet" wird, so dass dieses Fahrzeug ab sofort auf seiner Reise durchs Revier eindeutig identifizierbar ist. Da die meisten Fahrzeuge heute mit AIS ausgerüstet sein müssen und ihre Daten (Schiffsnamen, etc.) selbständig übertragen, können die Echos der Fahrzeuge nun auch meistens ohne deren Mitwirkung mit den dazugehörigen Schiffsdaten korreliert werden. Die Radarberatung von Land aus erfolgt…

• bei Nebel / schlechter Sicht
• für übergroße Fahrzeuge ab einer Länge von 270 m
• für Fahrzeuge ab einem Frischwasser–Tiefgang von 10,70 m
• wenn das Lotsenstationsschiff sich wg. schlechten Wetters auf Innenposition befindet
• wenn wegen Eisgang die Fahrwassertonnen eingezogen worden sind
• auf Anforderung 

auf den folgenden UKW Sprechfunkkanälen der WESER

• zw. Tn 3a/4a und Tn 19/22: Kanal 22 ("Alte Weser Radar")
• zw. Tn 19/22 und Tn 37/38: Kanal 2 ("Hoheweg Radar")
• zw. Tn 37/38 und Tn 47/48: Kanal 4 ("Robbenplate Radar")
• zw. Tn 47/48 und Tn 61/Geestemünde: Kanal 7 ("Blexen Radar")

sowie auf der JADE

• zw. Tn 3/4 und 33/34: Kanal 63 ("Jade Radar")
• zw. Tn 33/34 und altem Vorhafen: Kanal 20 ("Jade Radar")

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Bei schlechter Sicht werden grundsätzlich alle Fahrzeuge beraten, die dies wünschen. 

Die Beratung übergroßer Fahrzeuge, von Schiffen mit großem Tiefgang und insbesondere von Wegerechtschiffen stellt eine Unterstützung für den Bordlotsen dar, dem beispielsweise die Kommunikation mit anderen Schiffen, die seine sichere Passage behindern könnten, abgenommen wird. Gleichzeitig wird durch die Radarberatung über UKW laufend die gesamte Schifffahrt im Revier informiert.

Das Radarbild in der Revierzentrale ist digital aufbereitet und sowohl mit einer Radarlinie (welche in Bereichen mit Richtfeuerlinien mit diesen zusammenfällt) sowie mit dem tiefer gebaggerten Teil des Fahrwassers, der sogenannten "Trasse" grafisch hinterlegt. Der Landradarlotse kann daher seinem Kollegen an Bord stets hinreichend genau mitteilen, wo er bezogen auf diese Fahrwassermerkmale mit dem Fahrzeug steht. 

Die Radarberatung bei "Lotsenstationsschiff auf Innenposition" ersetzt für kleinere, aber lotsenannahmepflichtige Schiffe quasi notgedrungen auf dem ersten Stück Außenweser die Annahme eines Bordlotsen. Diese Schiffe sind – im Gegensatz zur Radarberatung bei Nebel – verpflichtet, die Radarberatung anzunehmen, bis sie einkommend entweder den Seelotsen auf Innenposition an Bord nehmen können, oder ausgehend die seewärtige Grenze des Lotsbezirkes erreicht haben und ohne Lotsen weiter fahren dürfen. 

Die Radarberatung der Seelotsen ist stets eine Unterstützung des Verkehrs und keine Verkehrslenkung!

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© Lotsenbrüderschaft Weser 2 / Jade 08.2017