Die Bedeutung des Seelotsen

Der Seelotse steht seit vielen Jahrhunderten dem revierunkundigen Kapitän als Berater zur Seite. 

In den Anfangsjahren ging es dabei vornehmlich darum, von See kommende Schiffe mit deren Ladungen und Besatzungen sicher in den Hafen oder zurück nach See zu bringen, was seinerzeit örtliche Fischer, die mit dem sehr veränderlichen und damals noch nicht betonnten Fahrwasser gut vertraut waren, übernahmen. 

Mit den stetig, allein in den letzten 20 Jahren geradezu dramatisch wachsenden Schiffsgrößen, dem zunehmenden, mittlerweile globalen Güterumschlag, aber auch mit dem wachsenden Bewusstsein für die Umwelt und dem daraus entstandenen Bedürfnis der Gesellschaft nach Naturschutz hat sich die Bedeutung des Seelotsen grundlegend gewandelt.

Schiffsverkehr in der Deutschen Bucht

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So sorgt der Seelotse heute nicht nur für eine sichere Passage von See zum nächsten Hafen. Längst schon sind Millionen Arbeitsplätze von einem sicheren und reibungslosen Schiffsverkehr auf Jade, Außen– und Unterweser (sowie natürlich auch auf den anderen Revieren) abhängig, womit die Sicherung der Schiffahrtsstraßen im Interesse des Bundes liegt. Deutschland nimmt dabei mit seinen Seehäfen als Warendrehkreuz Nordeuropas mit der daraus resultierenden Verkehrsdichte eine Sonderstellung ein. Daher sind die zwischen Ems und Stralsund tätigen etwa 700 Seelotsen heute als Bundeslotsen in sieben sogenannten "Brüderschaften", welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, zusammengeschlossen und unterliegen direkt der Aufsicht der Wasser- und Schiffahrtsdirektionen. 

Und spätestens, seit man sich der Einzigartigkeit des "Nationalparks Wattenmeer" bewusst ist, durch welches die Fahrwasser von Ems, Jade, Weser und Elbe führen, kommt den hier wirkenden Seelotsen nicht zuletzt auch die Rolle eines Umweltschützers zu. 

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© Lotsenbrüderschaft Weser 2 / Jade 08.2017