Werdegang

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Erläuterungen

Nach der Schulausbildung können (Fach-) Abiturienten zwischen dem Weg über eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker (S/M) oder dem direkten Nautikstudium (Abschluss Bachelor) wählen, alle anderen Schulabsolventen mit Haupt- oder Realschulabschluss müssen zuvor eine Lehre als S/M durchlaufen. Das Nautik-Studium beinhaltet zwei Praxissemester, innerhalb derer an Bord bestimmte Inhalte erlernt werden sollen.

Es darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass die berufliche Situation (inbesondere, aber nicht nur) für angehend Nautiker momentan (2015) angespannt bis kritisch ist.

Seefahrtschulabsolventen haben nach Erwerb des Patentes die Möglichkeit eines sog. "Durchstieges", um zusätzlich den Bachelor zu erwerben. Dieser ist für die spätere Bewerbung als Lotse nicht relevant, bietet aber einen kleinen Vorteil gegenüber Mitbewerbern bei ansonsten gleicher Eingangsqualifikation. 

Die Fahrzeiten müssen gem. Zulassungsverordnung auf Kauffahrteischiffen (=Handelsmarine) oder in der Forschungsschiffahrt erworben werden, Fahrzeiten bei Bundesmarine oder auf reinen Behördenfahrzeugen (Wasserschutzpolizei, Tonnenleger) werden von der Zulassungsbehörde nicht oder nur eingeschränkt anerkannt (Ermessen).

Sind die formalen Eingangsvoraussetzungen erfüllt (siehe Kasten), muss für die Zulassung der Bewerbung zum Seelotsanwärter noch eine Lotsdiensttauglichkeitsuntersuchung absolviert werden, zu der neben einer Untersuchung der körperlichen Tauglichkeit auch der sogenannte "German Pilot Test" gehört, welcher im Hause des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) absolviert wird. 

Nach erfolgreicher Auswahl durch die Aufsichtsbehörde wird der Bewerber im Benehmen mit der jeweiligen Brüderschaft als Seelotsaspirant zugelassen.

Nach Durchlaufen einer 8-monatigen Aspirantenzeit, die mit einer zu bestehenden Prüfung vor der Aufsichtsbehörde und der Brüderschaft abschließt, wird der Aspirant zum  Seelotsen bestallt und in die Brüderschaft aufgenommen.

Nach der Bestallung sind Junglotsen zunächst für vier Jahre größenbeschränkt: im ersten Jahr lotsen sie Schiffe bis maximal 155 m Länge und 23 m Breite (gilt nur für Weser 2 / Jade), die nächsten, höheren Beschränkungen erreichen sie dann schon nach jeweils 6 Monaten begleitet durch vorbereitende Kurse und Trainings am Schiffssimulator. Nach Ablauf des 4. Berufsjahres verrichten sie dann als Volllotsen ihren Dienst auf allen Schiffsgrößen.

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© Lotsenbrüderschaft Weser 2 / Jade 08.2017